Apropos: Ohne Journalismus keine PR

PR, also Pressarbeit, findet in der Presse statt. Und wenn es Journalismus und Presse nicht mehr gibt, gibt’s auch keine Pressarbeit.

Der tiefe Fall des Claas Relotius, der in Wirklichkeit ein „Fall Spiegel“ ist und bei dem aufgearbeitet werden muß, wie es zu der mehrfach verblendeten Inszenierungs-Schreibe dieses ursprünglich mal ein Nachrichtenmagazin gewesenen Blatts gekommen ist, gibt Anlaß zur Sorge um den Journalismus.

Arbeiten wir das nicht auf, amüsieren wir uns zu Tode.

Wer das Vertrauen in unabhängigen und damit gelegentlich auch unbequemen Journalismus blauäugig, machtgierig oder mit zu starrem Blick aufs Amüsement verspielt, nimmt dem Gemeinwesen die 4. Gewalt. Und damit der Gesellschaft, dem Bürger jede Möglichkeit, zu wissen, was ist. Dann können politisch oder ökonomisch zu Macht gekommene machen, was sie wollen.

Erst wenn der gegebene Rechtsrahmen wieder steht, wenn in Presse und Medien wieder Chancengleichheit besteht und mit gleichem Instrumentarium gearbeitet wird, kann auch wieder Public Relations (PR) und Öffentlichkeitsarbeit (ÖA) stattfinden. Denn ohne das treiben PR und ÖA den Journalismus bis auf wenige Ausnahmen vor sich her.

Dann sagen uns schon in naher Zukunft die Auftraggeber von PR und ÖA mit ihren Algorithmen, was wir zu kaufen, zu denken, und zu tun haben. Das kann keiner wollen.

Damit das nicht passiert, muß verantwortungsvolle Pressarbeit unabhängigen Journalismus wollen, akzeptieren, einfordern und unterstützen. Wir bei kbquadrat vertreten diesen Standpunkt und handeln danach.